Notfallmedizin · Traumatologie

NEXUS-Kriterien
HWS-Abklärung nach Trauma nachschlagen

Die NEXUS-Kriterien strukturiert nachschlagen — fünf klinische Kriterien nach Hoffman et al. zur Einschätzung einer Halswirbelsäulenverletzung nach stumpfem Trauma.

Entscheidungsregel
5 Kriterien · alle negativ = niedriges Risiko
Quelle: Hoffman et al. 2000

Was sind die NEXUS-Kriterien?

Die NEXUS-Kriterien (National Emergency X-Radiography Utilization Study, „NEXUS Low-Risk Criteria“) sind eine klinische Entscheidungsregel für Patientinnen und Patienten mit stumpfem Trauma. Sie helfen einzuschätzen, bei wem eine Verletzung der Halswirbelsäule (HWS) unwahrscheinlich ist. Grundlage ist die Veröffentlichung von Hoffman und Kollegen (N Engl J Med 2000).

Geprüft werden fünf Kriterien: Druckschmerz in der dorsalen Mittellinie der HWS, fokales neurologisches Defizit, Vigilanzminderung, Hinweise auf eine Intoxikation und eine schmerzhafte Ablenkverletzung. Sind alle fünf Kriterien negativ, gilt das Risiko nach NEXUS als niedrig. Ist mindestens ein Kriterium positiv, ist eine weitere Abklärung vorgesehen.

In der Originalstudie mit rund 34.000 Patienten lag die Sensitivität für klinisch relevante HWS-Verletzungen bei 99,0 %, die Spezifität bei 12,9 %. Die Regel dient der Orientierung; es existieren alternative Regeln wie die Canadian C-Spine Rule, und das Vorgehen im Einzelfall richtet sich nach klinischer Beurteilung und hausinternen Standards.

Auswertung — Orientierung

Alle 5 negativNiedriges Risiko nach NEXUS — keine bildgebende HWS-Diagnostik nach der Regel vorgesehen
Mind. 1 positivKein niedriges Risiko — weitere Abklärung, in der Regel Bildgebung
Stumpfes TraumaAnwendungsbereich der Originalstudie

Die Regel ist ein Orientierungswert aus der Originalarbeit. Maßgeblich sind die Originalquelle, aktuelle Leitlinien und die klinische Beurteilung. Keine Diagnose.

Aufbau: NEXUS-Kriterien

Übersicht über die fünf NEXUS-Kriterien. Das Risiko gilt nur dann als niedrig, wenn alle Kriterien fehlen.

Kriterium 1

Druckschmerz der HWS in der dorsalen Mittellinie

Schmerz bei Palpation der dorsalen Mittellinie der Halswirbelsäule

Kriterium 2

Fokales neurologisches Defizit

Neu aufgetretener fokaler Ausfall in der neurologischen Untersuchung

Kriterium 3

Veränderte Vigilanz

Eingeschränkte Wachheit oder Orientierung

Kriterium 4

Hinweise auf Intoxikation

Klinische oder anamnestische Hinweise auf eine Intoxikation

Kriterium 5

Schmerzhafte Ablenkverletzung

Zusätzliche schmerzhafte Verletzung, die von HWS-Beschwerden ablenken kann, z. B. eine Langknochenfraktur

Hinweis: Die genaue Definition der einzelnen Kriterien ist der Originalarbeit bzw. den aktuellen Leitlinien zu entnehmen. Die Kurzbeschreibungen hier sind eine Zusammenfassung.

Quellen: Hoffman JR, Mower WR, Wolfson AB, Todd KH, Zucker MI. Validity of a set of clinical criteria to rule out injury to the cervical spine in patients with blunt trauma. N Engl J Med 2000;343:94–99.

So nutzen Sie NEXUS-Kriterien in ArztGPT

1

Kriterien nachschlagen

Die fünf Kriterien und die Einordnung strukturiert abrufen.

2

Ergebnis einordnen

Das Ergebnis im Zusammenhang mit Unfallmechanismus, Befund und hausinternem Standard einordnen.

3

Befund dokumentieren

Untersuchungsbefund und Entscheidung für die Dokumentation oder den Arztbrief festhalten.

Klinische Bedeutung: NEXUS-Kriterien

Stumpfes Trauma

Die Regel wurde bei Patienten mit stumpfem Trauma untersucht.

Fünf Kriterien

Alle fünf Kriterien müssen negativ sein, damit das Risiko als niedrig gilt.

Ja/Nein-Prüfung

Es gibt keine Punktwerte; jedes Kriterium ist vorhanden oder nicht.

Weitere Abklärung

Bei mindestens einem positiven Kriterium ist eine weitere Abklärung vorgesehen.

Klinische Untersuchung

Die Kriterien setzen eine sorgfältige körperliche und neurologische Untersuchung voraus.

Kein Diagnoseinstrument

Die Einordnung ersetzt nicht die klinische Beurteilung im Einzelfall.

FAQ: NEXUS-Kriterien

Was sind die NEXUS-Kriterien?

Die NEXUS-Kriterien sind eine klinische Entscheidungsregel mit fünf Kriterien, mit der nach stumpfem Trauma eine Verletzung der Halswirbelsäule eingeschätzt wird. Die Darstellung folgt Hoffman et al. 2000.

Welche fünf NEXUS-Kriterien gibt es?

Druckschmerz der HWS in der dorsalen Mittellinie, fokales neurologisches Defizit, veränderte Vigilanz, Hinweise auf eine Intoxikation und eine schmerzhafte Ablenkverletzung.

Wann gilt das Risiko nach NEXUS als niedrig?

Wenn alle fünf Kriterien negativ sind. Ist mindestens ein Kriterium positiv, gilt das Risiko nicht als niedrig und eine weitere Abklärung ist vorgesehen.

Wie zuverlässig sind die NEXUS-Kriterien?

In der Originalstudie lag die Sensitivität für klinisch relevante HWS-Verletzungen bei 99,0 % bei einer Spezifität von 12,9 %. Das sind Studienwerte; sie ersetzen nicht die klinische Beurteilung im Einzelfall.

Was ist der Unterschied zwischen NEXUS und der Canadian C-Spine Rule?

Beide sind Entscheidungsregeln zur HWS-Abklärung nach Trauma, sie unterscheiden sich in den geprüften Kriterien und im Vorgehen. Welche Regel in Ihrer Einrichtung verwendet wird, richtet sich nach hausinternen Standards und Leitlinien.

Stellen die NEXUS-Kriterien eine Diagnose?

Nein. Sie sind ein Hinweis zur Einschätzung des Verletzungsrisikos, ersetzen aber weder die klinische Untersuchung noch eine ärztliche Diagnose.

Kann ich mit ArztGPT die NEXUS-Kriterien automatisch auswerten lassen?

Nein. ArztGPT bietet hier keinen Rechner und führt keine eigene Auswertung durch. Die Referenz hilft, Aufbau und Einordnung strukturiert nachzuschlagen — die Bewertung bleibt Aufgabe der behandelnden Fachperson.

Was kostet die NEXUS-Referenz in ArztGPT?

ArztGPT bietet eine kostenlose 7-Tage-Testphase — in der Testphase entsteht kein Bezahlabonnement. Danach steht ArztGPT Pro für 49 €/Monat (inkl. MwSt.) zur Verfügung.

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NEXUS-Kriterien nachschlagen

Hinweis: Die Darstellung der NEXUS-Kriterien dient der Informationsaufbereitung für medizinisches Fachpersonal und ersetzt weder die Untersuchung der Patienten noch eine ärztliche Diagnose. ArztGPT führt keine eigene Einschätzung durch und ist kein zugelassenes Medizinprodukt (MDR EU 2017/745).