Pflege · Geriatrie · Dekubitusprophylaxe

Norton-Skala
Dekubitusrisiko einschätzen

Die Norton-Skala strukturiert nachschlagen — fünf Kriterien, Punktelogik von 5 bis 20 und Risikostufen im Überblick.

Norton et al., 1962
5–20 Punkte
5 Kriterien

Was ist die Norton-Skala?

Die Norton-Skala ist eine Risikoskala zur Einschätzung der Dekubitusgefährdung. Sie wurde 1962 von Doreen Norton, Ruth McLaren und A. N. Exton-Smith im Rahmen einer Untersuchung geriatrischer Pflegeprobleme beschrieben.

Fünf Kriterien — körperlicher Zustand, geistiger Zustand, Aktivität, Beweglichkeit und Inkontinenz — werden jeweils mit 1 bis 4 Punkten bewertet. Die Summe liegt zwischen 5 und 20 Punkten; je niedriger der Wert, desto höher die Gefährdung.

In der gängigen Darstellung gelten 14 Punkte oder weniger als Dekubitusgefahr, 12 oder weniger als hohes und 10 oder weniger als sehr hohes Risiko. Eine Risikoskala ersetzt nicht die klinische Einschätzung.

Risikoeinordnung — Orientierung

15–20Kein erhöhtes Risiko nach Skala
≤ 14Dekubitusgefahr
≤ 12Hohes Dekubitusrisiko
≤ 10Sehr hohes Dekubitusrisiko

Schwellenwerte sind Orientierungswerte und werden in Quellen teils unterschiedlich angegeben. Keine Diagnose.

Die 5 Kriterien der Norton-Skala

Übersicht der bewerteten Kriterien mit den jeweiligen Ausprägungen (1–4 Punkte).

1–4

Körperlicher Zustand

4 = gut, 3 = leidlich, 2 = schlecht, 1 = sehr schlecht

1–4

Geistiger Zustand

4 = klar, 3 = apathisch, 2 = verwirrt, 1 = stuporös

1–4

Aktivität

4 = geht ohne Hilfe, 3 = geht mit Hilfe, 2 = rollstuhlabhängig, 1 = bettlägerig

1–4

Beweglichkeit

4 = voll, 3 = kaum eingeschränkt, 2 = sehr eingeschränkt, 1 = immobil

1–4

Inkontinenz

4 = keine, 3 = manchmal, 2 = meist Urin, 1 = Urin und Stuhl

Hinweis: Die Ausprägungen sind hier sinngemäß zusammengefasst; Formulierungen können je nach Version und Einrichtung abweichen. Erweiterte Varianten der Skala verwenden zusätzliche Kriterien und andere Schwellenwerte.

Quelle: Norton D, McLaren R, Exton-Smith AN, „An investigation of geriatric nursing problems in hospital“, London: National Corporation for the Care of Old People, 1962.

So nutzen Sie die Norton-Skala in ArztGPT

1

Kriterien nachschlagen

Die fünf Kriterien, ihre Ausprägungen und die Punktelogik strukturiert abrufen.

2

Ergebnis einordnen

ArztGPT hilft, den Gesamtwert den Risikostufen zuzuordnen und im Kontext einzuordnen.

3

Befund dokumentieren

Ergebnis und klinischen Kontext für Pflegedokumentation oder Arztbrief strukturiert festhalten.

Klinische Bedeutung der Norton-Skala

Etablierte Risikoskala

Die Norton-Skala ist eine der ältesten Skalen zur Einschätzung des Dekubitusrisikos.

Fünf einfache Kriterien

Mit fünf Kriterien und je 1–4 Punkten lässt sich die Skala schnell anwenden.

Verlaufsdokumentation

Ein einheitlicher Gesamtwert (5–20) erleichtert den Vergleich im Verlauf.

Alternative zur Braden-Skala

Die Braden-Skala nutzt sechs Subskalen und eine andere Punktelogik.

Varianten beachten

Es gibt erweiterte Versionen der Norton-Skala mit abweichenden Kriterien und Schwellenwerten.

Ergänzt die klinische Einschätzung

Ein Skalenwert ersetzt weder die Hautinspektion noch die klinische Beurteilung des Risikos.

FAQ zur Norton-Skala

Was ist die Norton-Skala?

Die Norton-Skala ist eine Risikoskala zur Einschätzung der Dekubitusgefährdung. Sie wurde 1962 von Doreen Norton und Kollegen im Rahmen einer Untersuchung zu geriatrischen Pflegeproblemen beschrieben und gilt als eine der ältesten Dekubitus-Risikoskalen.

Wie wird die Norton-Skala ausgewertet?

Fünf Kriterien — körperlicher Zustand, geistiger Zustand, Aktivität, Beweglichkeit und Inkontinenz — werden jeweils mit 1 bis 4 Punkten bewertet und addiert. Der Gesamtwert liegt zwischen 5 und 20 Punkten; niedrigere Werte bedeuten ein höheres Risiko.

Ab wie vielen Punkten besteht Dekubitusgefahr?

In der gängigen Darstellung gelten 14 Punkte oder weniger als Dekubitusgefahr, 12 Punkte oder weniger als hohes und 10 Punkte oder weniger als sehr hohes Risiko. Schwellenwerte werden in Quellen und Einrichtungen teils unterschiedlich angegeben; zudem existieren erweiterte Varianten der Skala.

Was ist der Unterschied zwischen Norton-Skala und Braden-Skala?

Beide Skalen schätzen das Dekubitusrisiko ein, unterscheiden sich aber in Kriterien und Punktelogik. Auf der Seite zur Braden-Skala finden Sie die Übersicht der sechs Subskalen.

Kann ich mit ArztGPT die Norton-Skala automatisch auswerten lassen?

Nein. ArztGPT führt keine eigenständige Berechnung oder Auswertung am Patienten durch und ist kein zugelassenes Medizinprodukt. Die Referenz hilft, Kriterien und Punktwerte strukturiert nachzuschlagen — die Bewertung bleibt Aufgabe der behandelnden Fachperson.

Was kostet die Norton-Skala-Referenz in ArztGPT?

ArztGPT bietet eine kostenlose 7-Tage-Testphase mit vollem Zugriff auf alle Module — keine Kreditkarte erforderlich. Danach steht ArztGPT Pro für 49 €/Monat (inkl. MwSt.) zur Verfügung, monatlich kündbar.

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Hinweis: Die Darstellung der Norton-Skala dient der Informationsaufbereitung für medizinisches Fachpersonal und ersetzt weder die Durchführung der Risikoeinschätzung noch eine ärztliche oder pflegerische Beurteilung. ArztGPT führt keine eigene Einschätzung durch und ist kein zugelassenes Medizinprodukt (MDR EU 2017/745).